Umgang mit Legasthenie und Lese-Rechtschreib-Schwäche am OGT

 legasthenieWas bedeutet Legasthenie/LRS?

Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Störung) ist eine angeborene Erkrankung, die auf einer Wahrnehmungsstörung im Gehirn beruht. Bei der Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) handelt es sich um eine vorübergehende Beeinträchtigung, die meist umwelt- oder entwicklungsbedingt auftritt. Beide Phänomene weisen ganz ähnliche Problembereiche auf, z.B.:

  • Gehäufte Fehler beim Schreiben und Lesen
  • Differente Sinneswahrnehmungen
  • Konzentrations- und Speicherschwäche (Wort-Bild-Gedächtnis beeinträchtigt)

Wie und wann wird Legasthenie/ LRS festgestellt?

Die Anerkennung erfolgt in der Regel bereits in der Grundschule und wird von der Schulbehörde beaufsichtigt. Bei der Anmeldung am OGT ist eine entsprechende Bescheinigung zusammen mit den Zeugnissen abzugeben. In Einzelfällen ist eine spätere Testung möglich:

  1. Am Ende der 5. Klasse können Schülerinnen und Schüler, die als lese- und rechtschreibschwach aufgefallen sind, deren übrige Leistungen aber befriedigend sind, von der LRS-Fachkraft (erneut) getestet werden. Die Eltern werden hierzu gesondert informiert.
  2. Auf Antrag der Eltern ist in Ausnahmefällen auch eine Testung in den folgenden Schuljahren möglich.

Welche Folgen hat eine Anerkennung als Legastheniker?

1) Förderstunde: In den Klassen 5 und 6 nehmen diese Kinder an einer eigenen Förderstunde (7.Stunde) teil, in der in einer kleinen Gruppe angstfrei an den verschiedenen Problembereichen gearbeitet wird:

  • Trainieren der Rechtschreibstrategien und einzelner Regeln
  • Motivationsförderung
  • Gedächtnis- und Konzentrationstraining
  • Leseübungen

2) Notenschutz: Nach der Anerkennung werden die Leistungen im Bereich der Sprachrichtigkeit nicht (oder nur zurückhaltend, s.u.) gewertet. Dies wird durch einen Zeugnisvermerk deutlich gemacht.

3) Ausgleichsmaßnahmen: Zusätzlich zum Notenschutz können individuell Ausgleichsmaßnahmen, wie z.B. eine um 5 bis 10 Minuten verlängerte Arbeitszeit in der Klassenarbeit vereinbart werden.

4) Dokumentation: Die Lese-Rechtschreib-Leistungen werden zum Halbjahresende jeweils überprüft. Eine über ein halbes Jahr andauernde Verbesserung der Leistungen („ausreichend“ oder besser) kann zur Aufhebung des Notenschutzes führen.

Gilt Legasthenie auch in der Oberstufe?

Wer in der Mittelstufe als Legastheniker anerkannt war, kann für die Einführungs- und Qualifikationsphase weiterhin Notenschutz beantragen: In den Fächern Deutsch und Fremdsprachen führt dies zu einer zurückhaltenden Gewichtung der Sprachrichtigkeit, in den anderen Fächern wird die Rechtschreibleistung gar nicht gewertet. Dies führt allerdings zu einem entsprechenden Zeugnisvermerk auch im Abiturzeugnis.