Japan Austausch 2017 mit der HOSEI UNIVERSITY Senior und Junior Highschool

Reise in eine vollkommen andere Kultur

Vom 14.11. bis zum 26.11.2017 machten wir acht Schüler der Q-Phase des OGTs uns, unter Leitung von Herrn Dr. Ster im Rahmen eines Schüleraustausches, auf die Reise in die Weltmetropole Tokyo in Japan. Hier wohnten wir für zehn Tage in Gastfamilien und erlebten gemeinsam mit unseren Gastgeschwistern das japanische Leben und vor allem das japanische Schulleben in der HOSEI University Senior and Junior Highschool.

Am Dienstagmorgen, 14.11.17, um 6 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Hamburger Flughafen und flogen mit einem Zwischenstopp in Amsterdam nach Tokyo Narita Airport – Ankunft Ortszeit 9:45 Uhr. Tokyo hat eine Zeitverschiebung zu Deutschland von +8 Stunden. Noch am Anreisetag machten wir eine Exkursion zum Meiji jingu Schrein in Tokyo, der dem für Japan so wichtigen Kaiser Meiji gewidmet ist, und erlebten unseren ersten Kulturschock in der schrillen Shoppingmeile Takeshita Street in Harajuku, einem Stadtteil von Tokyo. Nach einem ersten japanischen Essen fuhren wir gegen 16 Uhr zur HOSEI University Junior and Senior Highschool, um unsere Gastfamilien kennenzulernen.

Es gab eine Willkommenszeremonie, in der uns Mr. Ito, der den Austausch von  japanischer Seite ermöglicht, begrüßte. Als dann endlich bekannt wurde, wer in welche Familie kam, herrschte eine aufgeregte Begrüßungsstimmung. Wir verließen gemeinsam mit unseren Gastfamilien die Schule, um in unser neues zu Hause für zehn Tage zu fahren. Dort wurden manche von uns dann noch zum Essen eingeladen,  z.B. zum traditionellen japanischen Sushi. Abends fielen wir alle, nach diesem wirklich ereignisreichen und anstrengenden 30 Stunden Tag, ins Bett.

 

Donnerstag, der 16.11.17, war unser erster Schultag in der HOSEI University Highschool.

Das Hauptverkehrsmittel in Tokyo ist der Zug, bzw. die U-Bahn. Da manche von uns einen Anfahrtsweg zur Schule von 2 Stunden hatten, begannen die Tage für sie sehr früh. In der Schule angekommen wurde jeder sehr herzlich in seine Klasse aufgenommen. Da es für japanische Schüler eine Besonderheit ist, Europäer kennenzulernen, wurde uns deutschen Schülern unvorstellbare Aufmerksamkeit geschenkt. Man stand Schlange, um mit uns reden zu können. Man rannte über Gänge, um einen Blick auf uns zu erhaschen und man kreischte los, wenn man uns „kawaii“ (süß) fand.

Nicht nur das Verhalten der Schüler verwunderte uns manchmal, sondern auch an sich die Lehrweise in japanischen Schulen: Die Schüler lernen, in dem sie sehr viel auswendig lernen. Im Englischunterricht wird das Englische vom Lehrer vorgelesen, dann übersetzt und so von den Schülern gelernt. Im Matheunterricht wird die Aufgabe vorgerechnet, die Lösung an die Tafel geschrieben und so von den Schülern übernommen.

Das japanische Schulleben ist sehr von Gemeinschaft geprägt. Jeder Schüler wohnt einem Club bei, z.B. Baseballclub, Kendoclub, Teezeremonieclub, in dem er nach der Schule meist noch bis 18 Uhr ist. Jeder trägt eine Uniform an der Schule und es gibt verschiedene Schulfeste, die, meist begleitet durch ein Sportevent, groß gefeiert werden.

Im Laufe der zehn Tage besuchten wir jeden Tag, auch samstags,  mit unseren Gastgeschwistern oder einem „Buddy“, einem gleichaltrigen japanischen Klassenkameraden die Schule. Normalerweise waren wir in unterschiedliche Klassen untergebracht, jedoch hatten wir regelmäßig das Fach „English communication“, in dem wir mit den Schülern übten, Englisch zu sprechen. Auch an einem Japanischkurs nahmen wir teil. Mittags schnupperten wir in verschiedene Clubaktivitäten, wie z.B. Kendo (japanischer Schwertkampf), Teezeremonie, Ikebana (Blumenarrangieren) und Tanzen. Überall hatte man sehr viel Geduld mit uns und jeder freute sich, uns etwas zu zeigen oder beizubringen.

Nach der Schule und an den freien Tagen (Sonntag und 23.11. – Feiertag) machten die Familien mit uns viele Ausflüge oder gingen häufig mit uns Essen. So fuhren manche von uns in einen Freizeitpark am Fuße des Fujis; Den Mädchen wurde ein Kimono ausgeliehen, in dem sie die Tempelanlage von Asakusa besichtigten (Senso-ji); Shinjuku Gyoen wurde besichtigt; in Shibuya wurden die privaten Shoppingtipps verraten; Und Tokyo wurde in allen Ecken erkundet. An dieser Stelle ist wirklich die absolut zuvorkommende Gastfreundschaft der japanischen Familien anzumerken. Sie rissen sich fast beide Beine aus, (um umgangssprachlich zu werden) um uns ihr Leben und Japan in allen Facetten zu zeigen und beschenkten uns meist reichlich.

Mit Herrn Dr. Ster machten wir eine Exkursion nach Kamakura, der alten Hauptstadt von Japan. Hier besuchten wir den Daibutsu, eine große Buddhastatue aus Bronze, die bisher jedes Erdbeben und jeden Tsunami überstand, auch den, der ihren Tempel mit sich gerissen hat und gingen kurz an den Pazifikstrand. Wieder in Tokyo besuchten wir Sky Garden, von dem wir eine 360° Rundumsicht über die Stadt und sogar zum Fuji hatten.

 

Am 25.11. morgens hieß es Abschiednehmen von Familie und Schulklasse.

Der Abschied von den Gastfamilien war tränenreich und intensiv. Man gab sich teilweise Versprechen auf ein Wiedersehen in Deutschland und oftmals wurden Geschenke mit auf den Weg nach Deutschland gegeben. In den zwei Wochen ist man sehr zusammengewachsen.

Auch die Mitschüler verabschiedeten uns zum Teil mit einer kleinen Abschiedsfeier und gaben uns kleine Erinnerungen auf den Weg. Natürlich wurden Unmengen an Fotos geschossen.

Nach dem morgendlichen Abschied verbrachten wir unseren letzten Tag in der Innenstadt in Tokyo. Wie besuchten die Tempelanlage Asakusa und bewunderten Shibuya bei Nacht. Wir rundeten unseren letzten Abend mit einem gemütlichen traditionellen japanischen Essen und einer Nachtfahrt unter der Regenbogenbrücke ab.

Zusammenfassend war die Reise eine unvergessliche Zeit für jeden von uns. Wir haben Einblicke in den japanischen Alltag bekommen, die wir wohl anders nie hätten erleben können. Aber wir haben nicht nur Erfahrungen gesammelt, sondern auch Freundschaften am anderen Ende der Welt geknüpft.

Hiermit möchten wir uns ganz herzlich für diese unglaubliche Möglichkeit bei Herrn Dr. Ster, auf deutscher Seite, und Mr. Ito, auf japanischer Seite, und allen anderen Beteiligten bedanken!

 

Roxana Theimer, Klasse Q1 d

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