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Projekt: „…dahin wie ein Schatten“ Tag 7 Montag, 20.09.2021

Projekt: „…dahin wie ein Schatten“ Tag 7 Montag, 20.09.2021

Montag, 20.09.2021

 

Begonnen hat unseren Tag in Krakau mit einem Zeitzeugengespräch mit Lidia Maksimovic.

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Sie ist als 3 Jährige nach Auschwitz-Birkenau in die Kinderbaracke gekommen. Sie stammte aus Ostpolen nahe der Grenze zur Sowjetunion, ein Gebiet, in dem viele Partisanen kämpften. Die Familie kam nach Auschwitz-Birkenau nicht weil sie Juden waren, sondern weil in ihrem Gebiet Partisanen den Widerstand gegen das NS-Regime gewagt hatten. Lidia wurde von ihrer Mutter getrennt, ihre Mutter kam ins Frauenlager. Während ihrer Zeit im Lager war sie ein Versuchsobjekt für den Lagerarzt Josef Mengele. An ihr wurden Versuche mit Impfstoffen und mit Augentropfen zur Änderung der Augenfarbe durchgeführt. Bis zum heutigen Tag leidet sie an den Spätfolgen dieser medizinischen Experimente. Kurz vor der Befreiung durch die Rote Armee wurde ihre Mutter auf einen Todesmarsch in Richtung Westen geschickt und endgültig von ihrer Tochter getrennt. Berührend war die Episode als Lidia erzählte, dass sich ihre Mutter kurz vor der Abreise mehrmals zur Kinderbaracke schlich (was lebensbedrohlich war) und ihrer kleinen Tochter einbläute, wie sie heiße und wann sie geboren sei. Die Mutter wollte verhindern, dass das Kind ohne Identität aufwachsen müsse. Erst 17 Jahre nach der Befreiung und nach zahlreichen fehlgeschlagenen Findungsversuchen fanden die zwei sich letztendlich wieder. Lidia war nach der Befreiung von Auschwitz-Birkenau von einer polnischen Familie adoptiert wurde. Sie dachte, ihre Mutter sei nicht mehr am Leben. Nachdem Mutter und Tochter wieder zusammengeführt wurden, was ein riesiges Medienevent damals war, ging Lidia wieder zurück zu ihrer Adoptivfamilie nach Polen, während ihre Mutter in Moskau blieb.

K1024 IMG 8810Das Gespräch war sehr berührend, und besonders ihre Geschichte nach der Befreiung nahm uns alle sehr mit. Anschließend hatten wir noch eine anregende Fragerunde und machten noch ein gemeinsames Erinnerungsbild.

Nach dem Gespräch sind wir zum Ghettoplatz gegangen und haben über die Geschichte des jüdischen Ghettos in Krakau und des Ghettoplatzes gesprochen. Dabei haben wir erfahren, wie das Ghetto aufgebaut war, wie es organisiert wurde und wie die Lebensbedingungen dort waren. Das Ghetto wurde genutzt, um alle Juden aus Krakau dort auf viel zu engem Raum einzupferchen und anschließend nach und nach in verschiedenste Konzentrations- und Vernichtungslager zu transportieren. Diese Informationen waren neu für uns und wir waren alle wieder einmal sehr erschüttert von der Grausamkeit des NS-Regimes.K1024 IMG 2950

Daraufhin sind wir mit der S-Bahn zum Lager Plaszow gefahren, welches man vielleicht aus dem Film Schindlers-Liste kennen könnte.

Vom Lager selbst ist eigentlich nichts mehr zu sehen, lediglich ein Kommandantenhaus steht noch auf dem ehemaligen Gelände.


Wir haben viel über die Geschichte des Lagers erfahren und haben über den Lagerführer Amon Göth gesprochen, welcher sehr berüchtigt war und die Häftlinge sehr grausam behandelte.

Die Fahrt ließen wir abends mit einem leckeren Essen in einem jüdischen Restaurant ausklingen. Eine jüdische Klezmer Band spielte Live-Musik.K1024 IMG 2973

Um 22 Uhr haben wir die Heimreise angetreten. Diese war erst am nächsten Tag um fast 13 Uhr zu Ende.

Nach dieser anstrengenden Fahrt waren wir alle einerseits glücklich, dass wir nun endlich in unsere Betten steigen konnten, wir waren aber auch traurig, dass nun unsere Fahrt zu Ende ging. Nachdem wir uns von unseren neu-gefundenen Freunden verabschiedet haben, fuhren wir schließlich alle sehr müde, sehr nachdenklich und mit unglaublich vielen neuen und nicht immer leicht zu verdauenden Eindrücken nach Hause. Auschwitz-Birkenau – das ist uns allen sehr klar geworden – ist ein schweres geschichtliches Erbe – das, was in vielen von uns vorging, ist schwer in Worte zu fassen.

 

Jannis Walz und Christoph Speer, Q2b

 

Fotogalerie vom 7. Tag 

 

 

 

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