Ein Weihnachtsmärchen

Wir, die 5c, waren am 13.12.2023 im Weihnachtsmärchen in Lübeck.

Um 8:05 Uhr sind wir am Timmendorfer Bahnhof mit dem Zug losgefahren. Nach einer kurzen Fahrt kamen wir am Lübecker Hauptbahnhof an. Von dort aus liefen wir weiter am Holstentor vorbei zum Theater. Eine freundliche Dame nahm uns Jacken, Mützen und Schals ab. Wir hatten schöne Plätze, von denen man gut auf die Bühne blicken konnte.

Liebe Jürris Elsa Strawczynski,

auch wenn Dir in den dunkelsten Zeiten des Holocausts Dein Leben entrissen wurde, widme ich Dir diesen Brief, um die Erinnerung an Dich zu erhalten.
Dein Name ist der Welt nicht so bekannt, wie er eigentlich sein sollte. Ich fasse noch einmal zusammen, was Dir im sogenannten Dritten Reich passiert ist.
Nur weil Du eine sogenannte Halbjüdin warst, nahm man Dir deine Hoffnungen und Träume, Dein ganzes Leben voller Möglichkeiten. Man nahm Dir das Menschsein. Niemals werde ich mir vorstellen können, wie schmerzerfüllt Deine Erfahrungen gewesen sein müssen. Du hattest Familie, Deine Eltern, Deinen Mann, Deine geliebten Söhne, welche Dich vermisst haben. Es muss unerträglich gewesen sein, von ihnen getrennt zu sein, nicht zu wissen, wie es ihnen geht. Vielleicht gabst Du Dir sogar für Momente selbst die Schuld für das Geschehene, wünschtest, Du wärst in einer anderen Welt, zu einer anderen Zeit geboren worden.
Niemals darf vergessen werden, welches Unrecht und welcher Schrecken dir und all den anderen Opfern widerfahren ist. Wir müssen gegen jede Form von Hass kämpfen, damit nie wieder irgendjemand Zeuge eines solchen Verbrechens gegen die Menschlichkeit wird.
In Gedenken und tiefer Anerkennung,


Aimée-Jil, Q1

 

 

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„Gemeinsam Klasse werden“ - ein Tag mit EXEO


Am 09.11.2023 besuchte die Firma EXEO die fünften Klassen des OGT. Hier berichten wir über unsere Erlebnisse.
Das Ziel des Tages war es, die Teamfähigkeit der Klassen zu stärken und genau darauf kam es auch bei den ersten Spielen an. Wir meisterten alle Spiele, indem wir gut miteinander kommunizierten, jeder mitgedacht hat und wir einfach ein gutes Team waren. Das Spiel „Moorpfad“

Liebe Hanna Mecklenburg,

Ich komme aus einem Dorf, nicht weit von Lübeck, deinem Heimatort, entfernt. Ich bin Schülerin des Ostsee-Gymnasium Timmendorfer Strand.

Ich schreibe dir aufgrund meiner Teilnahme an der Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz. Bei dieser Fahrt beschäftigen wir uns noch tiefgründiger mit diesem geschichtlichen Ereignis und versuchen dabei, die bedeutendste und zugleich schrecklichste Geschichte Deutschlands besser zu verstehen.

Seit mehreren Jahren bietet unsere Schule diese Gedenkstättenfahrt an, und im Laufe der Zeit ist es zu einer Tradition geworden, dass wir uns am letzten Tag in Auschwitz versammeln, um an die verstorbenen Juden zu gedenken. Dies tun wir in Form von Briefen, die uns die Gelegenheit bieten, unsere Gedanken und Gefühle auszudrücken.

Die Möglichkeit, an dieser Fahrt teilzunehmen, und die Erzählungen der vorherigen Teilnehmer erinnern mich daran, wie wichtig es ist, sich ausreichend mit diesem geschichtlichen Ereignis zu beschäftigen, um daraus zu lernen und sicherzustellen, dass so etwas nie wieder vorkommt.

Ich möchte deine Geschichte und deine Erfahrungen verstehen, um daraus zu lernen und um die Bedeutung von Toleranz, Vielfalt und Menschlichkeit an die jüngeren Leute weiterzugeben.

Wie war deine Kindheit? Hattest du viele Freunde? Wussten deine Freunde vor dem Nationalsozialismus, dass du Jüdin bist? Wie sah deine Familie aus? Wie waren deine Beziehungen zu ihnen? Wie hast du dich gefühlt, als du erfahren hast, dass die Nazis an die Macht kamen? Wie bist du mit deinen Gefühlen umgegangen? Gab es Personen, die dir besonders in dieser Zeit geholfen haben? Gab es Momente der Freude oder Hoffnung in dieser Zeit? Hast du während deiner Flucht viel über deine Familie und Freunde nachgedacht? Hast du dich oft gefragt, wie es ihnen geht? Wie hast du dich gefühlt, als du gehört hast, dass Deutschland Belgien überfallen hat? Wie hast du reagiert? Was wurde dir gesagt, als ihr entdeckt wurdet? Wusstest du, was dich erwartet, als du nach Auschwitz deportiert wurdest? Was waren deine Träume?

All diese Fragen kamen mir in den Sinn, als ich mich mit deiner Geschichte befasst habe. Ich möchte verstehen, wie du dich gefühlt hast, denn für mich ist es unvorstellbar, wie es für dich gewesen sein muss, in dieser Zeit deine Jugend zu verbringen.

Deine Kindheit, die du in Lübeck in der Mengstraße 52 verbracht hast, klingt nach einer Zeit, die trotz der Herausforderungen bezüglich deiner Religion, mit vielen liebevollen und schönen Momenten geprägt war. Ihr habt oft die Geburtstage und die Hochzeiten deiner Verwandten zusammen gefeiert, außerdem kam deine Oma Falck euch häufig besuchen. Du konntest im Gegensatz zu deinem Bruder zuerst auf eine „normale“/ nicht jüdische Schule, die Ernestinenschule, gehen. Diese Schule gibt es auch heute noch in Lübeck.
Als 1933 die Nazis an die Macht kamen, fühltest du dich nicht mehr wohl in deiner Heimatstadt Lübeck. Wie solltest du dich auch wohl fühlen, wenn die Regierung einen unterdrücken will? Ich finde es bewegend zu lesen, wie du dich dem jüdischen Jugendbund angeschlossen hast, um mit Leuten, die sich genauso fühlten wie du, eine Auswanderung nach Palästina zu planen. Ihr wolltet dort einen jüdischen Staat aufbauen, der frei von Antisemitismus und Judenhass war. Dieser Plan ging leider nicht auf, da du kein Visum für Palästina bekamst. Ich finde es beeindruckend, was du in deinem jungen Alter erschaffen wolltest und es zeigt in meinen Augen auch deinen Mut und deinen Überlebenswillen. Auch eure Ausflüge am Wochenende, bei denen ihr wahrscheinlich versucht habt, der Realität für eine kurze Zeit zu entfliehen, stehen für mich als ein Ausdruck eurer Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Aufgrund der Angst vor der Kündigung entschied dein Vater, nach Brüssel zu fliehen, dies brachte wahrscheinlich große Unsicherheit und Angst in deine Familie. Jedoch stand fest, dass ihr ihm bald folgen würdet. So kamst du 1938 nach Belgien, wo du als Haushaltshilfe in einer belgischen Familie arbeitetest. Du lebtest mit deinen 16 Jahren nicht mal mit deiner Familie zusammen, sondern alleine in einer Kammer bei der Familie, bei der du gearbeitet hast. Ich kann mir nicht vorstellen, mit meinen 16 Jahren von meiner Familie getrennt zu werden. Als du die Nachricht bekommen hast, dass dein Vater verhaftet wurde und kurze Zeit später gestorben ist, wie hast du dich gefühlt? Wie hast du es erfahren? Wie bist du mit deiner Trauer umgegangen? Hattest du überhaupt Zeit zu trauern oder musstest du den ganzen Tag arbeiten? Hattest du nach der Verhaftung von deinem Vater noch mehr Angst, entdeckt zu werden? Als ihr die Aufforderung erhalten habt, euch im Sammellager einzufinden, wie hast du dich gefühlt? Dachtest du es ist vorbei oder hattest du noch Hoffnung auf eine Rettung? Nachdem du dich im Sammellager eingefunden hast, wurdest du am 11. August nach Auschwitz deportiert. Was waren deine Gedanken während der Zugfahrt?

Ich kann mir nicht vorstellen, wie es für dich gewesen sein muss, in dieser Zeit zu leben. Heutzutage haben wir alle Zugang zu Bildung, wir genießen Freiheit und uns bieten sich sehr viele Chancen, alles Dinge, die du in deiner Zeit nicht hattest. Außerdem ist unsere heutige Zeit von Technologie und Wohlstand geprägt. Wir können keinesfalls die heutige Zeit mit der Grausamkeit des Zweiten Weltkrieges vergleichen. Das damalige Geschehen ist für uns unvorstellbar und viel schlimmer als alles, was wir heute erleben. Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, wie es sich anfühlt, mit Unsicherheit und Einschränkung der Freiheit zu leben. Wir waren während dieser Zeit gezwungen, zu Hause zu bleiben und unsere sozialen Kontakte zu vermeiden, um uns vor der Krankheit zu schützen. Es war für mich schwer, nicht zu wissen, was als Nächstes passieren wird. Wie musst du dich damals nur gefühlt haben? Es muss dich so viel Mut und Stärke gekostet haben, diese Zeit zu überstehen. Jeden Tag mit dem Gefühlt aufzuwachen, war es das jetzt? Wie viel Zeit bleibt mir noch? Werden wir bald gerettet?

Du und Millionen andere unschuldige Menschen, deren Leben während des Holocaust unvollendet blieb, wurden zu Opfern eines schrecklichen Verbrechens. Du sollst nicht nur als Opfer dieses schrecklichen Ereignis erinnert werden; niemand sollte das. Jeder einzelne, darunter auch du, hatte eine individuelle Geschichte, die man erzählen muss.

Ich verspreche dir, Hanna, dass ich mich immer an dich und dein Leben erinnern werde, welches dir auf so schreckliche Weise genommen wurde. Ich werde deine Geschichte weiter erzählen, damit die Welt nicht vergisst, was damals geschehen ist und um sicherzustellen, dass so etwas nie wieder vorkommt. Zuletzt möchte ich dir noch mitteilen, dass bald in meiner Schule ein Mahnmal errichtet wird, um dich und deinen Bruder zu ehren. Dieses Mahnmal wird auf unserem Pausenhof stehen und uns immer an deine Geschichte und die deines Bruders erinnern.

 

Meine Gedanken sind bei dir, Hanna, und all den anderen unschuldigen Opfern des Holocaust.
Deine Vanessa, Q1

 

 

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Liebe Frieda Bär,

wir hoffen, dieser Brief erreicht dich auf besondere Weise, auch wenn du längst nicht mehr bei uns auf der Erde, sondern an einem anderen Ort ruhst.
Wir sind zwei Teilnehmerinnen im Rahmen einer bevorstehenden Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz.
Uns ist bewusst, dass diese Reise für alle Teilnehmer ein tiefgreifendes Erlebnis sein wird. Diese Fahrt soll uns die Gelegenheit bieten, die grausame Geschichte unseres Landes und unserer Vorfahren zu begreifen. Doch mit "begreifen" meinen wir nicht nur, zu wissen, was damals geschehen ist, sondern es auf einer emotionalen Ebene zu erfühlen. Auch wenn diese Gefühle niemals die volle Realität widerspiegeln können.
Frieda, über deine Kindheit ist uns leider nichts bekannt, außer, dass du sie in Lübeck verbracht hast. Weitere Informationen über dein Leben tauchen erst mit dem Umzug von der Königstraße 45 in die St. Annen-Straße 20 in Lübeck im Jahr 1935 auf. Dieser Umzug scheint ein bedeutender Wendepunkt in deinem Leben gewesen zu sein, und wir fragen uns, ob du damals vielleicht schon unbewusst eine Ahnung von den bevorstehenden Veränderungen hattest. Denn ab diesem Zeitpunkt, veränderte sich alles schlagartig.
Nachdem dein Ehemann Semmy Bär und du der Deportation nach Riga im Winter 1941 entkommen wart, war der Verlust von Semmy im folgenden Frühjahr womöglich wie ein emotionaler Tiefpunkt, nach einem Funken Hoffnung. Zu dieser Zeit wohntet ihr wahrscheinlich im Asylheim der jüdischen Gemeinde in der St.-Annen-Straße 11. Wie muss sich dieser Schicksalsschlag für dich angefühlt haben? Obwohl wir womöglich eigentlich gar nicht wissen möchten, wie es sich anfühlt, die einzige Person zu verlieren, die man noch um sich hat und die man liebt, sind wir dennoch interessiert daran, wie du mit dieser tiefen Trauer umgegangen bist.
Nur drei Monate und fünf Tage später folgte das Ereignis, das dich wahrscheinlich schließlich komplett aus dem Leben gerissen hat: die Deportation nach Theresienstadt. Du wurdest zu einem der Opfer dieses schrecklichen Verbrechens. Während wir grade dabei sind, diesen Brief zu schreiben, stellen sich uns lauter Fragen. Wie verlief die Deportation? Hattest du eine Vorstellung davon, was dich erwartet? Welche Gefühle hast du in diesem Moment verspürt? Hast du geahnt, wohin sie euch bringen würden? Wir könnten noch viele weitere Fragen stellen, doch sie werden wohl für immer unbeantwortet bleiben, denn niemand außer dir kann sie beantworten. Und genau das ist das Schlimme an der Vergangenheit.
Nach der Deportation nach Theresienstadt folgte am 29. Januar 1943 der Transport nach Auschwitz, an dem Tag, der dein letzter auf dieser Erde gewesen sein soll.
Während wir nun diese Worte niederschreiben, überkommt uns beide tiefe Nachdenklichkeit. Wir können und wollen einfach nicht verstehen, warum solche Verbrechen Teil unserer Geschichte sind. Warum gibt es Menschen, die andere Menschen verschleppen, leiden lassen und letztendlich töten? Und das alles mit voller Absicht? Es bleibt in unseren Augen unerklärbar.
Frieda, du musst eine unglaublich starke Frau gewesen sein. Und wir haben den vollsten Respekt vor dir und den anderen Opfern des Holocausts. Geschichten wie deine sind Mahnungen an uns alle, niemals die Vergangenheit zu vergessen. Millionen unschuldiger Menschen, unter anderem du, wurden Opfer der schlimmsten Verbrechens der Menschheitsgeschichte.
Was ihr alles erleben musstet, ist einfach nicht vorstellbar. Auch wenn ihr als Zeugen nicht mehr bei uns seid, bleiben eure Geschichten hoffentlich unter uns und dienen nicht nur als Erinnerung, sondern als Beweis eurer Tapferkeit und Stärke.
Deine Geschichte ist eine Mahnung an uns alle, die Erinnerungen an die unmenschlichen Verbrechen und schrecklichen Ereignisse des Holocaust in unseren Gedanken zu bewahren. Wir dürfen niemals vergessen, was geschehen ist, und wir sollten alles in unserer Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass sich solche Gräueltaten nie wiederholen. Und obwohl dies die Vergangenheit nicht ändern kann, hoffe ich, dass sie bewirkt, dass die folgenden Generationen vor ähnlich schrecklichen Schicksalen bewahrt werden.

Und wir persönlich nehmen uns zur Aufgabe, deine Geschichte weiter in die Welt zu bringen.
Du bleibst in unseren Erinnerungen.

Deine Jette und Karolina, Q1

 

 

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GRUSELGESCHICHTE 2023

Gruselgeschichtenwettbewerb

 

Der diesjährige Gruselgeschichtenwettbewerb der 5.Klassen sollte diese Frage beantworten.
In den Deutschstunden und auch zu Hause wurden eifrig und engagiert anschauliche und vor allem gruselige Geschichten geschrieben und Gruselplakate gebastelt. Diese durften dann der Klasse präsentiert werden. Jede Klasse ermittelte zwei „Klassensiegergeschichten“, die von einer unabhängigen Jury, bestehend aus der Schülervertretung und der Schulleiterin, bewertet wurden.
Am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien erfolgte dann die Siegerehrung. Zum ersten Mal versammelten sich alle 5.Klassen in der Aula und lauschten gespannt den drei „Siegergeschichten“, die von den AutorInnen selbst vorgelesen wurden. Unter tosendem Applaus verkündete Herr Rosenberger die Platzierungen und übergab die Urkunden und Präsente. Ein Dank geht an dieser Stelle an die Kulturmark für die erneute Finanzierung der Preise.
Die Geschichte „Freitag, der 13.“ hatte in diesem Jahr den höchsten „Gruselfaktor“.
Aber auch die VerfasserInnen der restlichen Geschichten dürfen stolz auf sich sein, denn auch sie haben zu einem gelungenen Wettbewerb beigetragen.

Herzlichen Glückwunsch!

Wir wünschen euch nun viel Spaß beim Lesen. Vorsicht, nicht erschrecken!

Platz 1: „Freitag, der 13.“ (Ella Gast, 5c)

Platz 2: „Das verlassenen Krankenhaus“ (Luca Plückhahn, 5b)

Platz 3: „Geheimnisvolle Begegnung“ (Alina Himmelmann, Greta Gast, 5a)

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Liebe Frau Betty Emmering,

ich hoffe, dieser Brief erreicht Sie, obwohl ich weiß, dass die Ereignisse, die ich ansprechen werde, vor vielen Jahren stattgefunden haben. Mein Name ist Selina Fellenberg, und ich bin eine Schülerin der 11. Klasse am Ostsee-Gymnasium Timmendorfer Strand.
In meiner Projektwoche habe ich an der Vorbereitung für unsere Auschwitzfahrt teilgenommen, dort haben wir uns mit verschiedenen Aspekten des Holocausts und der Geschichte des Zweiten Weltkriegs beschäftigt.
Dabei bin ich auf Ihre Lebensgeschichte gestoßen, die mich zutiefst berührt hat.
Es ist schwer vorstellbar, durch welche schrecklichen Zeiten Sie gegangen sind. Sie wurden 1881 in Deutschland geboren. Ihre Entscheidung, 1935 nach Holland zu fliehen, zeugt von großem Mut und Überlebensinstinkt, besonders in Anbetracht der sich verschlechternden politischen Lage in Deutschland.
Um so trauriger ist es zu wissen, dass Ihre Flucht nicht ausreichte, um Sie vor der Grausamkeit der Nazis zu schützen. Im Jahr 1943 wurden Sie zunächst nach Bergen-Belsen und dann 1944 nach Auschwitz deportiert, einem Ort des unermesslichen Leids und des Todes für so viele unschuldige Menschen. Dort wurden sie am 11. Oktober 1944 ermordet.
Als Schülerin finde ich es wichtig, dass Ihre Geschichte und die Geschichten anderer Holocaust-Überlebenden erzählt werden, um sicherzustellen, dass die Welt niemals die schrecklichen Taten vergisst, die während dieser Zeit begangen wurden. Ihr Leben und Ihre Erfahrungen sind ein wichtiger Teil unserer Geschichte, der nicht in Vergessenheit geraten darf.
Ich möchte Ihnen meinen Respekt und meine Anerkennung für Ihre Stärke und Ihren Überlebenswillen ausdrücken. Obwohl wir uns nie persönlich begegnet sind, bin ich dankbar dafür, dass ich Ihre Geschichte kennenlernen durfte. Sie sind eine Person, die für die Menschlichkeit und den Kampf gegen Vorurteile und Hass steht.

In Gedanken bei Ihnen und mit großem Respekt,

Selina, Q1

 

 

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Volleyballteams des OGT vertreten Schleswig-Holstein beim Bundesfinale 2023


Vom 20.-23.11.2023 fand das diesjährige Bundesfinale Volleyball der Altersklasse 4 (Jhg. 2010 – 2012) in Bad Blankenburg (Thüringen) statt. Jeweils ein Jungen- und ein Mädchenteam des Ostsee-Gymnasiums Timmendorfer Strand starteten in Begleitung von den Sportlehrerinnen Antje Kauder und Isabelle Schröder gegen 16 Mannschaften von Schulen aus anderen Bundesländern. Bereits die Qualifikation dafür war für die OGT-Teams ein großer Erfolg.
Gespielt wurde am ersten Tag in der Vorrunde in vier gelosten Gruppen mit vier Teams aus ganz Deutschland, darunter Sportinternate und Sportschulen mit Schwerpunkt Volleyball.

Liebe Elsa Strawczynski,

ich schreibe dir diesen Brief, obwohl ich ganz genau weiß, dass Worte allein nicht ausreichen werden, um meine Emotionen widerzuspiegeln.
Deine Lebensgeschichte hat sich in mein Herz gebrannt und ich bewundere dich für deine unglaubliche Stärke als Frau, Mutter und Gattin, die du inmitten des Holocausts gezeigt hast.
David, dein Mann und du seid wahrlich bemerkenswert. Ich kann mir nicht annähernd vorstellen, wie es sich angefühlt haben muss, eure Söhne bei der Flucht nach Holland zurückgelassen zu haben, um sie vor der Einweisung in ein Konzentrationslager zu schützen. Das Unwissen darüber, ob jedes Wiedersehen mit euren Söhnen das letzte sein könnte — schrecklich.
Die Opfer, die du erbracht hast, die Zeit mit deinen Söhnen, allein, weil du eine Halbjüdin warst, zeigen, wie sehr dir deine Familie am Herzen lag.
In der Hoffnung auf ein besseres Leben seid ihr – du und David – nach Brüssel gezogen und konntet euch nach fast drei Jahren endlich wieder mit euren Söhnen vereinen, die nun schon erwachsen waren. Das Glück sollte allerdings nicht von langer Dauer sein, die Wiedervereinigung nahm bedauerlicherweise ein Ende, da Brüssel schon von Deutschland besetzt war. Ihr wurdet gemeinsam als Familie nach Auschwitz deportiert und du, liebe Elsa, hast aufgrund deines Geschlechts direkt nach der Ankunft dein Leben verloren.
In meinen Augen warst du eine Heldin, die ihre Widerstandsfähigkeit und Opferbereitschaft klar offenbart hat. Du warst ein Opfer des Holocausts, jedoch ist deine Geschichte ein Zeugnis für die Stärke des menschlichen Geistes und der bedingungslosen Liebe einer Mutter zu ihrer Familie. Dein Vermächtnis erinnert uns daran, die schrecklichen Konsequenzen von Hass niemals zu vergessen.
Es ist mir bewusst, dass es seltsam erscheinen mag, dass ich, eine privilegierte, 16-jährige Deutsche an ein Holocaust-Opfer schreibt, jedoch möchte ich dir eines versichern, ich werde deine Geschichte mit großer Ehrfurcht und Verantwortung tragen. Elsa, ich möchte, dass du weißt, dass deine Geschichte nicht in Vergessenheit geraten wird. Ich werde sie tief in meinem Herzen bewahren und weitergeben, denn die Welt darf nicht vergessen, was du und deine Familie und die unzähligen weiteren Juden in dieser furchtbaren Zeit durchgemacht habt.
Ich selbst stehe kurz vor einer Reise nach Auschwitz und es bricht mir das Herz zu wissen, dass du trotz deiner Bemühungen nicht vor den Grauen des Holocaust verschont werden konntest.
Während meiner Reise wirst du stets in meinen Gedanken sein, du erinnerst uns daran, wie wichtig es ist, gegen Hass und Intoleranz einzutreten, damit die Schrecken des Holocausts sich niemals wiederholen können.
Mögen deine Familie und du in Frieden ruhen und eure Geschichte in unserem Herzen weiterleben.
In Liebe und Respekt,


Anna Sophie, Q1

 

 

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