Israelische Holocaustüberlebende berührt mit ihrer bewegenden Geschichte

Als die Geschichtslehrerin und Koordinatorin des Holocaust-Gedenktages am OGT, Andrea Finke-Schaak, mit dem Vorschlag, auch eine Abendveranstaltung mit dem Ehrengast aus Israel für alle interessierten Bürger anzubieten, an Hatice Kara, Bürgermeisterin der Gemeinde Timmendorfer Strand, herantrat, war diese sofort von der Idee hellauf begeistert. Auf der Suche nach einem würdevollen Veranstaltungsort war die denkmalgeschützte Rotunde im Herzen der Gemeinde schnell ausgewählt. Eine Sorge bereitete der Bürgermeisterin aber Bauchschmerzen. „Es ist unwürdig, unseren Gast zwar ein schönes Ambiente, aber womöglich leere Stuhlreihen zu bieten“, so Frau Kara. Diese Sorge stellte sich als völlig unbegründet heraus. Die Trinkkurhalle brach aus allen Nähten, Stühle wurden herangeschleppt, sogar ein Geschichtsleistungskurs war mit seiner Lehrerin mit dem Nachtzug aus Donaueschingen angereist, um Sara Atzmon, Überlebende der Shoa, hören zu können.

Holocaust-Gedenktag am OGT 2018

Holocaust-Gedenktag am OGT 2018 

„Unrecht ist wie Feuer. Ersticke es im Keim und es kann sich nicht ausbreiten!“ Mit dieser zentralen Botschaft hat am 1. Februar die Holocaustüberlebende Sara Atzmon in Begleitung ihres Mannes Uri Atzmon im Rahmen des Holocaustgedenktages zu uns gesprochen. Aus Israel angereist, schilderte Sara Atzmon uns in einem beinahe 90-minütigen Vortrag ihre Geschichte, ihr Schicksal zur Zeit des Nationalsozialismus.

Dass dies kein Einzelschicksal war, wurde bereits ganz am Anfang der Veranstaltung deutlich, als von sechs Schülern stellvertretend für die sechs Millionen ermordeten Juden sechs weiße Kerzen entzündet wurden. Es war ein Moment der Stille, ein besonderer Moment. Auch heute kann ich die Zahl sechs Millionen nicht greifen, zu unwirklich scheint sie mir.

Wenn ich nun, zwei Wochen danach, meine Mitschüler frage, was bei Ihnen am meisten hängen geblieben ist oder sie nach wie vor beschäftigt, so erzählt mir jeder eine andere Geschichte.

Auch ich denke mit unterschiedlichen Gefühlen an die Erzählungen von Frau Atzmon zurück.