Seit 2018 gibt es ein Kooperationsprojekt der Cesar-Klein-Schule in Ratekau mit dem Ostsee-Gymnasium in Timmendorfer Strand im Bereich der Erinnerungskultur. Seit drei Jahren beteiligen sich auch Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums am Mühlenberg, Bad Schwartau. Bei der Gedenkstättenfahrt 2025 begaben sich 25 Jugendliche aus diesen drei Schulen auf eine einwöchige Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz/Birkenau.

 

Die jungen Menschen, die sich auf die düstersten Spuren deutscher Geschichte begeben, kommen als andere Menschen zurück.

 

Die Schülerinnen und Schüler, die im Oktober 2025 an der Fahrt teilgenommen haben, wurden gebeten, ihren Fokus auf Zitate zu legen und ein Zitat, das sie besonders berührt hat, auszuwählen und darüber zu reflektieren.

 

Welche Zitate die Schülerinnen und Schüler ausgewählt haben und wie sie darüber reflektiert haben, können sie hier lesen.

 

Andrea Finke-Schaak,

Lehrerin am OGT für die Fächer Englisch und Geschichte,

Koordinatorin für die Erinnerungskultur am OGT

„Mein Sohn sollte sich für die Klassenfahrt einen deutscheren Namen überlegen.“

Johannes, Q1-Jahrgang, OGT Auf unserer Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz ist mir ein Zitat besonders im Gedächtnis geblieben. In der Synagoge Rykestraße in Berlin hörten wir die Worte einer Frau, die sagte: "Mein Sohn sollte sich für die Klassenfahrt einen deutscheren Namen überlegen." Diese Frau schaltete sich in das Gespräch ein, nachdem jemand von uns beim Besuch der Synagoge eine Frage gestellt hatte. In der Frage ging es darum, ob man als Jude noch heute - hier in Berlin - Abneigung von anderen verspürt. Die Frau sagte, dass man nichts direkt spüre, aber, wenn man vor einer...

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„Denken Sie daran, dass ich an diesem Tag unschuldig und, genau wie Sie, sterblich war.  Auch ich hatte ein Gesicht, das von Wut, Mitleid und Freude geprägt war, ganz einfach ein menschliches Gesicht.“

Benjamin Fondane Emelie, Q1-Jahrgang, OGT Dies ist ein Zitat von Benjamin Fondane, einem ehemaligen Auschwitz-Häftling, welches mir von der Fahrt besonders in Erinnerung geblieben ist. Mit diesem Zitat möchte Benjamin Fondane etwas ganz Wichtiges ausdrücken, etwas, das wir nie vergessen dürfen. Alle in Auschwitz ermordeten oder in Auschwitz gefangen gehaltenen Häftlinge waren Menschen, Menschen mit einer Geschichte und Gefühlen, Menschen, die auf grausamste Weise ermordet wurden, denen ihre Individualität geraubt wurde und die zu Nummern gemacht wurden. Es gilt daran zu gedenken, dass der...

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„Ich habe an der Tötung vieler Menschen mitgewirkt. Ich habe mich nach dem Krieg oft gefragt, ob ich einVerbrecher geworden bin. Ich habe darauf keine Antwort gefunden.“

Hans Stark, Politische Abteilung in Auschwitz Kai, Q1-Jahrgang, OGT Das Zitat klingt auf eine stille, aber tief verstörende Weise grausam. Während der Auschwitzfahrt hat mich dieses Zitat besonders getroffen, weil es zeigt, wie jemand, der an der Tötung so vieler Menschen beteiligt war, im Rückblick vor einer nahezu unfassbaren Leere steht. Die Worte wirken, als könne Hans Stark selbst die Abscheulichkeit seines Handelns kaum begreifen. Genau das macht sie so bedrückend.   In Auschwitz, zwischen Schienen, Baracken und den Resten der Gaskammern, spürt man die Präsenz der Opfer überall. Man...

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„Welch eine Hölle ist in Deutschland.“ 

Werner Kraft, 9. August 1933 Raphael, Q1-Jahrgang, OGT Auf meiner Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz ist mir ein Satz immer wieder durch den Kopf gegangen – ein Satz, über den ich schon am ersten Tag unserer Reise im Jüdischen Museum in Berlin gestolpert war: „Welch eine Hölle ist in Deutschland.“ Diese Worte stammen von Werner Kraft, einem deutsch-jüdischen Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Bibliothekar. Er schrieb sie am 9. August 1933 in sein Tagebuch, nur wenige Monate nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten.   Kraft gehörte zu den Menschen, die sehr früh erkannten,...

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„Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“ 

Heinrich HeineLiam, Q1-Jahrgang, OGT Dieses Zitat von Heinrich Heine ist ein Appell gegen die systematische Unterdrückung der Gesellschaft durch den Angriff auf Bildung und Wissenschaft. Es stammt aus dem Jahr 1823 nach den Eindrücken der Bücherverbrennungen auf der Wartburg 1817, also lange bevor die Nationalsozialisten begannen, Bücher zu verbrennen und später Millionen von Menschen zu ermorden.   Heines Worte zeigen, dass Gewalt und Menschenverachtung oft mit dem Angriff auf Gedankenfreiheit, freie Wissenschaft und Kultur beginnen. Wer andere Meinungen verbietet und Vielfalt...

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Zum Zitat von Konrad Adenauer (1952):

„Ich meine, wir sollten jetzt mit der Naziriecherei Schluß machen. Denn verlassen Sie sich darauf: wenn wir damit anfangen, weiß man nicht, wo es aufhört.“ Liam, Q1-Jahrgang, OGTAls ich dieses Zitat zum ersten Mal sah, hat es mich sehr zum Nachdenken gebracht. Besonders aber jetzt, nachdem wir in Auschwitz waren und das unermessliche Leid gesehen haben, das die Nationalsozialisten verursacht haben, merke ich, wie mich dieses Zitat berührt. Adenauer sprach diese Worte nur wenige Jahre nach dem Krieg, in einer Zeit, in der viele Menschen lieber vergessen wollten, anstatt sich zu erinnern....

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„Mein Gewissen ist rein bezüglich dessen, was ich getan habe. Ich selbst habe nie absichtlich jemandem weh getan. Aber ich war dabei.“

Franz Stangl Luna, Q1-Jahrgang, OGTDas Zitat von Franz Stangl, dem Kommandanten des Vernichtungslagers Treblinka, hat mich tief bewegt, weil es zeigt, wie schwierig der Umgang mit persönlicher Schuld nach dem Holocaust war. Stangl sagt: „Mein Gewissen ist rein bezüglich dessen, was ich getan habe. Ich selbst habe nie absichtlich jemandem weh getan. Aber ich war dabei.“ Diese Worte wirken auf den ersten Blick wie ein Versuch, sich zu rechtfertigen. Er behauptet, er habe niemandem direkt Schaden zugefügt, erkennt aber gleichzeitig, dass er Teil eines Systems war, das unermessliches Leid...

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„Those who do not remember the past are condemned to repeat it.“ – George Santayana

Matis, Q1-Jahrgang, OGTIch habe dieses Zitat im Stammlager von Auschwitz gelesen an einem Ort, an dem Geschichte nicht nur erzählt, sondern gefühlt wird. Zwischen den Baracken, den stillen Wegen und den verblassten Bildern der Opfer stand dieser Satz, der mich tief getroffen hat. Er war nicht einfach nur ein Spruch auf einer Wand, sondern eine eindringliche Mahnung: Wenn wir vergessen, was einmal geschehen ist, dann geben wir der Möglichkeit Raum, dass es wieder passiert. In Auschwitz zu stehen, war ein schweres Gefühl. Man spürt dort eine bedrückende Stille, die von Schmerz und Verlust...

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„Ich habe mich, und das war mir möglich, bemüht, nur Kinder zu erschießen. […], weil ich mir aus bestimmten Gründen sagte, dass das Kind ohne seine Mutter doch nicht mehr leben konnte. Es sollte gewissermaßen eine Gewissensberuhigung für mich selbst sein, die nicht ohne ihre Mutter mehr lebensfähigen Kinder zu erlösen.“

35-jähriger Metallarbeiter aus Bremerhaven, Polizeibataillon 101 Nele, Q1-Jahrgang, OGTDieses Zitat spiegelt wieder, was für ein grausames Gedankengut die Täter der NS-Zeit vertreten haben. Wie Menschen überhaupt solch eine Macht erlangten, um andere Menschen zu erniedrigen, zu misshandeln und zu ermorden, ist nur schwer zu verstehen. Dieses Zitat zeigt, wie die Täter versucht haben, ihre Verbrechen vor sich selbst zu rechtfertigen, schön zu reden. Wenn man die Gedenkstätten in Auschwitz betritt, weiß man nicht genau, was man fühlen soll, es ist bedrückend dort. Aber - makaber gesagt,...

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„Wenn es sich um Wahrheit und Gerechtigkeit handelt, gibt es nicht die Unterscheidung zwischen kleinen und großen Problemen.“

Albert Einstein Sebastian, Q1-Jahrgang, OGT Das Zitat - „Wenn es sich um Wahrheit und Gerechtigkeit handelt, gibt es nicht die Unterscheidung zwischen kleinen und großen Problemen." von Albert Einstein, das auf einem Gebäude stand, hat mich während unserer Gedenkstättenfahrt besonders beschäftigt.   Auf dem ersten Blick wirkte dieses Zitat unscheinbar, doch gerade im Zusammenhang mit unserer Fahrt wurde mir seine Bedeutung deutlich bewusster: Wenn es sich um Wahrheit und Gerechtigkeit handelt, gibt es nicht die Unterscheidung zwischen kleinen und großen Problemen.   Die Auseinandersetzung...

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„THOSE WHO DO NOT REMEMBER THE PAST ARE CONDEMNED TO REPEAT IT“

GEORGE SANTAYANASophia, Q1-Jahrgang, OGT Dieses Zitat hat mich sehr beeindruckt, weil es eine wichtige Botschaft hat. Es bedeutet, dass wir aus der Vergangenheit lernen müssen, damit sich schlimme Dinge nicht wiederholen. Wenn Menschen vergessen, was früher passiert ist, können dieselben Fehler wieder gemacht werden. Ich finde diesen Satz sehr beeindruckend, weil er uns daran erinnert, wie wichtig Erinnerung ist. Geschichte ist nicht nur etwas, das man in Büchern liest, sondern sie zeigt uns, wie Menschen früher gelebt, gedacht und vor allem gehandelt haben. Es zeigt uns auch, welche...

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