Liam, Q1-Jahrgang, OGT
Als ich dieses Zitat zum ersten Mal sah, hat es mich sehr zum Nachdenken gebracht. Besonders aber jetzt, nachdem wir in Auschwitz waren und das unermessliche Leid gesehen haben, das die Nationalsozialisten verursacht haben, merke ich, wie mich dieses Zitat berührt.
Adenauer sprach diese Worte nur wenige Jahre nach dem Krieg, in einer Zeit, in der viele Menschen lieber vergessen wollten, anstatt sich zu erinnern. Aber nachdem wir vor Ort gesehen haben, wozu Menschen fähig waren, wurde klar: Dem Erinnern einen Schlussstrich zu setzen, hieße, den Opfern ein weiteres Mal Unrecht anzutun.
In Auschwitz zu stehen, an den Orten, an denen Millionen Menschen entrechtet, gefoltert und ermordet wurden, brachte mir das Ausmaß dieses Verbrechens etwas näher, jedoch vermochte ich keineswegs zu begreifen, wie so ein Unrecht geschehen konnte. Wir sahen die Berge von Schuhen und die abgeschnittenen Haare, sowie die Fotos der Ermordeten. Jedes einzelne Objekt erzählt von einem Leben, dass auf grausamste Art und Weise ausgelöscht wurde. Und es waren so unfassbar viele Opfer.
Gerade deshalb erscheint Adenauers Satz heute so schmerzhaft, denn er zeigt, wie schnell Menschen dazu neigen, sich ihrer Verantwortung zu entziehen. Doch das Leid, das wir in Auschwitz gespürt haben, endete nicht mit dem Ende des Krieges. Es lebt fort, in den vielen Geschichten der Überlebenden, den Familien, die mit ihren Verlusten umgehen mussten und in den vielen individuellen Erinnerungen.
Wir dürfen nicht aufhören, hinzusehen, genau das Gegenteil ist der Fall, Erinnern und Weitergeben, ist von Bedeutung. Nur so kann die Erinnerung an die Opfer bewahrt werden, um zu verhindern, dass sich solches Leid jemals wiederholt.
Für mich persönlich bedeutet das Weitergeben der Erinnerung, im Gespräch mit Familie und Freunden zu bleiben. Durch das Vermitteln der vor Ort gewonnenen Erkenntnisse und Emotionen, möchte ich dazu beitragen, dass die Geschichte und ihre Warnungen auch unsere zukünftigen Generationen erreicht.