35-jähriger Metallarbeiter aus Bremerhaven, Polizeibataillon 101

Remember

Nele, Q1-Jahrgang, OGT

Dieses Zitat spiegelt wieder, was für ein grausames Gedankengut die Täter der NS-Zeit vertreten haben. Wie Menschen überhaupt solch eine Macht erlangten, um andere Menschen zu erniedrigen, zu misshandeln und zu ermorden, ist nur schwer zu verstehen. Dieses Zitat zeigt, wie die Täter versucht haben, ihre Verbrechen vor sich selbst zu rechtfertigen, schön zu reden.

Wenn man die Gedenkstätten in Auschwitz betritt, weiß man nicht genau, was man fühlen soll, es ist bedrückend dort. Aber – makaber gesagt, sieht die Kulisse dort jedoch nicht komplett schrecklich aus. Es blühen grüne Pflanzen, man sieht Rehe herumspringen und im Hintergrund erstreckt sich ein friedlicher Sonnenuntergang. Das ist der Ort heute. Zu realisieren, dass dort an dem Ort, an dem du gerade stehst, Millionen Menschen erschossen und vergast wurden, bis zu ihrem Tod unvorstellbar gequält wurden, ist sehr schwer. Die abrasierten Haare, die Stacheldrahtzäune und die zerfallenen Ruinen der Gaskammern, versuchen, einem den Holocaust ein wenig näher zubringen. Emotional ist dies sehr schwer. Man versucht, das Unmögliche zu begreifen, wie die Täter auf so grausame Ideen überhaupt kommen konnten, andere Menschen auf so vielen brutalen Arten und Weisen zu misshandeln. Dabei waren die Täter doch auch Menschen, die eine ganz andere Seite hatten. Sie waren als liebevoller Vater bekannt oder als herzensguter Nachbar. Es waren die gleichen Menschen, die andere Menschen brutal gequält und ermordet haben. 

Eine Geschichte, die mich sehr berührt hat, war die des Künstlers Marian Kołodziej, welcher versucht hat, sein Leben in Auschwitz künstlerisch zu verarbeiten. Ein Bild zeigt, wie die SS-Leute zu Weihnachten keine Geschenke unter den Tannenbaum legten, sondern die toten Mittinsassen. Darunter waren Geliebte, Familienmitglieder oder die besten Freunde. Weihnachten,  der Feiertag, der so vielen Menschen soviel bedeutet, so zu missbrauchen, zeigt wie sadistisch dieses System war.

 

Oder die Geschichte von Kindern, die sich ihn den Plumpsklos, in Urin und Kot, versteckten, um nicht von den SS Leuten mitgenommen zu werden, weil sie sonst vergast worden wären, hat mich sehr berührt. Diese Menschen, die jenen das angetan haben, die von den Nachbarn als herzensgut und liebevoll angesehen wurden, hatten ein zweites Gesicht: sie waren auch ein Monster. Monster, die in der Lage waren, undenkbare Grausamkeiten auszuführen.

Unsere Vergangenheit zeigt uns, was Menschen anrichten können. Wie aus dem scheinbar Freundlichen das unfassbar Böse kommen konnte. Die Gedenkstättenfahrt hat uns gezeigt, was passieren kann, wenn man wegguckt, wenn Unrecht geschieht. Unsere Aufgabe ist es, jetzt dagegen zu kämpfen, Minderheiten zu unterstützen und Menschen aufzuklären, die falsches Gedankengut mit sich tragen. Wir dürfen nicht immer weggucken, damit wir unsere Ruhe haben – was geht mich der Streit an … – wir müssen Initiative ergreifen. Auch kleine Schritte können kleine Wunder bewirken. Auschwitz darf sich NIE wieder wiederholen und dafür sind auch wir verantwortlich.