Heinrich Heine

Remember

Liam, Q1-Jahrgang, OGT

Dieses Zitat von Heinrich Heine ist ein Appell gegen die systematische Unterdrückung der Gesellschaft durch den Angriff auf Bildung und Wissenschaft. Es stammt aus dem Jahr 1823 nach den Eindrücken der Bücherverbrennungen auf der Wartburg 1817, also lange bevor die Nationalsozialisten begannen, Bücher zu verbrennen und später Millionen von Menschen zu ermorden.

 

Heines Worte zeigen, dass Gewalt und Menschenverachtung oft mit dem Angriff auf Gedankenfreiheit, freie Wissenschaft und Kultur beginnen. Wer andere Meinungen verbietet und Vielfalt unterdrückt, dem ist durchaus zuzutrauen, weit Schlimmeres zu tun.

Während unserer Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz bin ich auf das obige Zitat gestoßen. Gleich zu Beginn unserer Fahrt, am Denkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz in Berlin, waren Heines Worte eingraviert. Wir standen an dem Ort, an dem am 10. Mai 1933 die Nationalsozialisten Tausende von Büchern verbrannten: Werke jüdischer, kritischer und frei denkender Autorinnen und Autoren.

Später, in Auschwitz, sahen wir das grausame Ergebnis dieser Entwicklung: die systematische Vernichtung von Menschenleben. Es wurde deutlich, wie aus dem Verbrennen von Gedanken später das Verbrennen von Menschen wurde. Auch heute ist das Zitat aktueller denn je. In Zeiten, in denen Hassrede, Antisemitismus und Populismus wieder zunehmen, erinnert uns Heines Warnung daran, wachsam zu bleiben. Wenn Menschen wegen ihrer Meinung ausgegrenzt werden, beginnt genau jener gefährliche Prozess, vor dem Heine warnte.

Meinungs-Freiheit, darf nie als selbstverständlich gelten, sie muss immer verteidigt werden. Durch die Gedenkstättenfahrt ist mir bewusst geworden, dass die Geschichte nicht nur Rückblick ist, sondern Verantwortung für die Gegenwart und für die Zukunft. Heines Satz mahnt uns, den Wert von Bildung, Toleranz und Menschlichkeit zu bewahren – damit sich Geschichte niemals wiederholt.

Aus Auschwitz habe ich gelernt, dass jeder von uns, der das Wiederholen dieser schrecklichen Geschichte verhindern will, Verantwortung übernehmen muss. Deshalb möchte ich im Alltag deutlicher Stellung beziehen, wenn ich Ausgrenzung, antisemitische Bemerkungen oder Hass gegenüber anderen mitbekomme – auch wenn es unangenehm ist. Außerdem will ich mich aktiv für eine offene Diskussionskultur einsetzen, indem ich mich informiere, verschiedene Perspektiven ernstnehme und mich gegen die gezielte Verbreitung von Falschinformationen stelle. Bildung ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Aufgabe.

Wenn man also sieht, dass Bücher verboten werden oder Bildung eingeschränkt wird, dann ist mir nach der Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz eines klar geworden: Man darf nicht wegsehen!