Hans Stark, Politische Abteilung in Auschwitz

Remember

Kai, Q1-Jahrgang, OGT

Das Zitat klingt auf eine stille, aber tief verstörende Weise grausam. Während der Auschwitzfahrt hat mich dieses Zitat besonders getroffen, weil es zeigt, wie jemand, der an der Tötung so vieler Menschen beteiligt war, im Rückblick vor einer nahezu unfassbaren Leere steht. Die Worte wirken, als könne Hans Stark selbst die Abscheulichkeit seines Handelns kaum begreifen. Genau das macht sie so bedrückend.

 

In Auschwitz, zwischen Schienen, Baracken und den Resten der Gaskammern, spürt man die Präsenz der Opfer überall. Man versteht plötzlich, dass jedes einzelne Handeln der Täter unendlich viel Leid bedeutete. Wenn man dann dieses Zitat liest, wirkt es fast unheimlich, wie distanziert es klingt. Ein Massenmörder fragt sich allen Ernstes, ob er zum Verbrecher geworden ist. Es ist der klägliche Versuch, sein Handeln zu relativieren, ein Handeln, wofür es keine Rechtfertigung gibt.

 

Gerade deshalb wirkt das Zitat so grausam. Es zeigt, wie schief die innere Perspektive eines Täters sein kann, wenn er nach dem Krieg versucht, seinen Massenmord zu relativieren. Die Auschwitzfahrt hat mir deutlich gemacht, wie wichtig es ist, solche Worte ernst zu nehmen, aber auch kritisch zu betrachten. Sie erinnern daran, dass man Grausamkeit nie verharmlosen darf und dass Verantwortung nicht erst im Rückblick entsteht, sondern in jedem Moment, in dem man handelt oder schweigt.